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Alter ohne Not
ist ein Grundgesetzgebot

In Würde älter werden und nicht als Armutsopfer enden ...

Die Gesellschaft muss ihr Verhältnis zur älteren Generation überdenken

Die Rentenerhöhung 2015 ist ein Skandal

Erneut fällt die Rentenerhöhung im nächsten Jahr unter den Erwartungen aus. Den zuständigen Experten für die undurchschaubare Rentenberechnung ist ein neuer Trick eingefallen, um die Lohnsumme als Grundlage für die Rentenberechnung weiter zu reduzieren: Die Einkommen von behinderten Menschen, die meist mit geringem Verdienst auskommen müssen, werden ab sofort in die Rentenberechnung einbezogen.

Eine niedrige Lohnsumme führt zu einer geringen Rentenerhöhung Übrigens: Alle sozialversicherungspflichtigen Einkommen, auch von Langzeitarbeitslosen, Teilzeitbeschäftigten, Werkstudenten und anderen Niedriglöhnern wurden bereits bei bisherigen Durchschnittsberechnungen wie Normalarbeitsverhältnisse gewertet. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Nichts gegen diese Kolleginnen und Kollegen, die es schwerer haben als die Vollzeitjobber. Es ist jedoch grotesk, dass ausgerechnet diese benachteiligten Menschen für die Legitimierung der Rentenkürzungen herhalten müssen?

Diese "Manipulation" ist gewollt

Eigentlich müsste das Gegenteil passieren: Um der älteren Generation ein halbwegs auskömmliches Dasein zu sichern, müssten diese Gruppen bei der Feststellung der Lohnsumme ausgeklammert werden. Dann würde die Rentenerhöhung wieder annähernd wie eine Tariferhöhung ausfallen. Menschen mit prekärer Beschäftigung würden dann im Alter davon profitieren. Das ist nicht gewollt. Jedes passende Argument wird genutzt, um die systematische Rentenkürzung und das Absenken des Rentenniveaus durchzusetzen

Wo bleiben Solidarität und Problembewusstsein?

Deutschland tut sich schwer mit seinem Problembewusstsein, falls ein solches noch gibt. 58 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind mit ihrer Lebenssituation zufrieden. Damit ist die Machtfrage beantwortet. Doch ist es an der Zeit, dem Egoismus endlich wirkungsvoll den Kampf anzusagen. In einer Gesellschaft darf es nicht nur um die eigenen Interessen gehen. Auch wenn das Wort "Solidarität" langsam zu verschwinden droht, betrifft die Frage "Bin ich im Alter ein Armutsopfer?" auch viele von den 58 Prozent, die im "glücklichen" Deutschland gut zurecht kommen.

Die Gesellschaft ist in der Pflicht

Das Thema muss grundsätzlicher diskutiert werden. Ist nicht die Gesellschaft auch dafür verantwortlich, wie es den Menschen in ihrer letzten Lebensphase ergeht? Die Einführung der Pflegeversicherung war einen historischen Schritt. Die Gesellschaft wurde verpflichtet, ihren Anteil zur Verbesserung der Pflege beizutragen. Auch wenn dieser Zweck nur teilweise erreicht wurde und in Deutschland weiterhin Pflegenotstand herrscht, liegt an den Pflegeeinrichtungen, die "den größten Teil" einstreichen und das Geld für Betreuung und Zuwendung knapp ist, von der miserablen Bezahlung der Pflegekräfte ganz zu schweigen.

Es geht tatsächlich um eine Grundsatzfrage

Welchen Lebensstandard wollen wir den Menschen nach ihrer beruflichen Lebensleistung zugestehen? Sind wir es nicht der gesamten älteren Generation schuldig, ihr die Armut zu ersparen und den Nachwachsenden die Angst davor zu nehmen.

Die Politik "kneift" und jeder ist allein verantwortlich

Es ist beschämend, wie die Politik mit dieser Frage umgeht. Nicht nur die jährliche Rentenkürzung und die Absenkung des Rentenniveaus sind ein Skandal auch das staatliche Bedienen aus der Rentenkasse, z.B. für die Mütterrente. Unwiderlegbar ist: Auch in Deutschland wird das amerikanische Prinzip zum Maßstab: "Du allein hast es in der Hand, wie es dir während deines gesamten Lebens geht. Die Gesellschaft ist dafür nicht verantwortlich."

Jede und jeder sollte sein Gewissen fragen:

Wollen wir eine solche Gesellschaft? Zumindest die Gewerkschaften müssten Vorreiter sein im Kampf gegen Rücksichtslosigkeit und unsolidarisches Verhalten. Es würde diesem Deutschland gut anstehen, wenn es in der Welt nicht nur als Exportweltmeister und angebliches Wunderland auftritt, sondern auch von sich sagen könnte:

Für uns ist es selbstverständlich, der älteren Generation in ihrer späten Lebensphase ein sorgloses Älterwerden zu sichern.


Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

  • ich hoffe, dass engagierte Menschen, besonders Kolleginnen und Kollegen aus den Gewerkschaften, meinen Standpunkt teilen. Ich habe bewusst die Form der persönlichen Initiative gewählt. Sie soll Anstoß sein, über den Anspruch auf Würde im Alter nachzudenken.
  • Wie heißt es im Grundgesetz, Artikel 1? "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Ist es denn ein würdiges Älterwerden, wenn die Betroffenen nur auf Grundsicherung angewiesen sind?
  • Gerade in diesen Monaten wird über Sterbehilfe diskutiert. Doch wie viele Politikerinnen und Politiker machen sich ernsthafte Gedanken über die Lebenssituation im Alter?
  • Wir müssen die Verantwortlichen beim Wort nehmen. Die Aussage "Die Rente muss zum Leben reichen" darf nicht zur Floskel verkommen. Sie ist ein Ziel, um das es sich zu kämpfen lohnt. Nur wenn die Gesellschaft der älteren Generation ein Alter ohne Not sichert, werden wir dem Auftrag des Grundgesetzes gerecht.
  • Eine positive Resonanz wäre ein Ansporn, um weiterzumachen mit dem Engagement für ein Alter ohne Not. Das "dicke Bretter Bohren" habe ich gelernt. Dafür brauche ich aber Unterstützung.